Fragen an die Kreisverwaltung bezüglich des Sebburger Sees

Sehr geehrte Frau Wemheuer,
sehr geehrter Herr Schütte,
einleitend möchten wir uns für die Übersendung der Unterlagen von Frau Dr. Heim zum Seeburger See herzlich bedanken.
Die Kreistagsgruppe hat sich im Rahmen eines Termins in Seeburg sehr intensiv mit der Situation des Seeburger Sees beschäftigt. Das Ergebnis ist ein Fragenkatalog an die Landkreisverwaltung. Wir möchten mit Hilfe der Antworten der Verwaltung einen Vorschlag zur Verbesserung der Situation am Seeburger See entwickeln.
Für das weitere Verfahren schlagen wir Ihnen folgendes vor: Wir würden uns gern mit Ihnen im Rahmen eines Fachgesprächs mit Ihren Antworten beschäftigen. Hierzu würden wir auch gern die anderen Fraktionen im Kreistag Göttingen einladen.
Wir haben diese Form gewählt, weil wir glauben, dass im Rahmen einer üblichen Sitzung des Umweltausschusses nicht ausreichend Zeit für eine intensive Beschäftigung mit dem Thema vorhanden ist.
Über eine Rückmeldung zu dem Verfahrensvorschlag würden wir uns freuen.

Wir möchten Sie bitten, folgende Fragen zu beantworten:

Die von uns benutzten Messwerte ergeben sich aus dem Vortrag von Frau Dr. Heim im Umweltausschuss.
Unsere Beobachtungen in der letzten Zeit zeigen eine ständige Verschlechterung der Wasserqualität. Dies sollte nach unserer Ansicht dazu führen das kontinuierlich gemessen wird.

 

Sauerstoffgehalt:
Der Sauerstoffgehalt im Bereich der Furt lag im August bei 10.17 mg/l. Bis zum „Aue‑Damm“ verringert sich der Sauerstoffanteil auf 0.45 mg/l. Was ist die Ursache für diesen Sauerstoffverzehr?
Die Aue leidet nach dem Wehr an Sauerstoffmangel.
Könnte zum Beispiel am Wehr durch einfache technische Maßnahmen das Wasser wieder mit Sauerstoff angereichert und damit die Situation verbessert werden?
Welche Kosten würden dafür entstehen? Gibt es nach Kenntnis der Verwaltung Beispiele wo eine solche Technik eingesetzt worden ist??

 

Phosphatkonzentrat:
Die Phosphatkonzentration im Bereich der Furt betrug 0.150mg/l. Am „Aue‑Damm“ erhöht sich die Konzentration 0.275 mg/l. Was ist die Ursache?
Was ist die Ursache der hohen Phosphatkonzentration im Seeburger See?
In den Unterlagen von Frau Dr. Heim befindet sich ein Vergleich der Phosphatkonzentration der Jahre 2009 und 2017 im Seeburger See. Im Jahr 2009 lag die höchste Phosphatkonzentration bei ca. 0,25 mg/L. Bei den Zahlen aus diesem Jahr lag die höchste  Phosphatkonzentration im Seeburger See bei ca. 0,8 mg/L. Auch der Jahresmittelwert hat sich mehr als verdoppelt. Was ist die Ursache dieser Entwicklung? Welche Handlungsmöglichkeiten sieht die Verwaltung?
Liegen der Verwaltung Zahlen über die Phosphatkonzentration im Seeburger See aus den Jahren vor 2009 vor?
Die Phosphatkonzentrationen im Seeburger See fallen in den Monaten März bis Mai auf fast 0 mg/l. In den Monaten Juni und Juli gibt es dann einen Anstieg auf ca.1;7 mg/l. Was ist die Ursache für den Anstieg?

 

Ringgraben
Da zu vermuten ist, dass ein großer Teil der Phosphatkonzentration aus der Düngung der landwirtschaftlichen Flächen stammt, war ein Ringgraben zwischen Seeburg und Bernshausen (Süd-Östlich) geplant. Hiermit sollte erreicht werden, dass das Wasser von den landwirtschaftlichen Flächen nicht in den Seeburger See fließt, sondern in Bernshausen in die Aue. Was ist mit der Idee geworden?
Mit Phosphaten könnten auch weitere Schadstoffe in den See eingetragen worden sein. Liegen der Verwaltung hierzu Erkenntnisse vor?

 

Nutzung des Altarmes der Aue
Durch den Weg durch den Seeanger wärmt sich das Wasser stark auf. Deshalb ist zu überlegen, ob ein Teil des Wassers durch den Seeanger läuft und ein anderer Teil durch den Altarm der Aue geleitet werden kann und damit nicht durch Seeanger fließen muss. Hiermit käme dann kühleres, sauerstoffhaltiges Wasser in den Seeburger See. Dies ist bei sommerlichen Hitzelagen besonders wichtig. Hierfür wäre eine Steuerung der Wassermengen notwendig.
Einige Meter vor der Furt wird Wasser in den Altarm der Aue geleitet. Das Rohr hat einen Durchmesser von 30 bis 40 cm.
Hierzu ergeben sich folgende Fragen:
Ist bei der Anlage des Seeangers eine Mindestmenge an Wasser, das noch durch den Altarm fließen muss, festgelegt worden?
Welche Kosten (Baukosten) würden entstehen, wenn das derzeitige Rohr z.B. durch ein Rohr mit einem Durchmesser von 100 cm ersetzt würde?
Der Zufluss müsste durch eine technische Anlage gesteuert werden. Welche Kosten würden dadurch entstehen? Wer könnte für die Steuerung zuständig sein?
Derzeit fließt ab Zulauf des Egelseebaches kein Wasser mehr durch den Altarm in die Aue. Die Situation besteht, seitdem ein neues Rohr für den Egelseebaches in dem Bereich verlegt worden ist. Wer hat entschieden, dass durch den Altarm an dieser Stelle kein Wasser der Aue mehr fließen soll? Das Rohr das den Zufluss ermöglicht ist entfernt worden. Wer hat das veranlasst?  Welche Kosten würden entstehen, den Zufluss in den Altarm an der Stelle wieder zu ermöglichen?

 

Sandfänge:
Im Bereich der Friesenbeeke ist ein Sandfang angelegt worden.
Auf welchem Funktionsprinzip beruht der neue Sandfang? Welche Kosten sind entstanden? Wer hat den Sandfang finanziert? Wer räumt den Sandfang aus und wie? Wer hat den Sandfang nach Bau abgenommen? Wer ist für den ordnungsgemäßen Betrieb des Sandfanges verantwortlich?
Sind Sandfänge geeignet, Phosphatkonzentrationen zurück zu halten?

 

Naturschutzgebiet Seeburger See
Es ist eine Fläche von 120 ha als Naturschutzgebiet „Seeburger See“ ausgewiesen. Die Fläche ist auch das FFH Gebiet „Seeburger See“ bestimmt. Von der Fläche sind 86 ha Wasserfläche. Der Rest sind angrenzende Wiesenflächen. Der Seeburger See liegt in einem Kessel.
Könnte das Naturschutzgebiet ausgeweitet werden, damit auch weitere Flächen aus der konventionellen Landwirtschaft herausgenommen werden? Welche Einflussmöglichkeiten hat der Landkreis Göttingen auf die Bewirtschaftung der weiteren Flächen außerhalb des NSG im Einzugsgebiet des Seeburger Sees? Könnte der Landkreis Auflagen für die Bewirtschaftung durchsetzen? Gäbe es Fördermittel für die Umstellung der landwirtschaftlichen Flächen im Bereich des Seeburger Sees?

 

Alternative ausbaggern
In der Vergangenheit wurde die Option, den Seeburger See auszubaggern, schon einmal diskutiert. Die mangelnde Tiefe des Sees spielt bei dem Sauerstoffgehalt eine wichtige Rolle. Derzeit soll eine max. Tiefe von 3,50 Meter vorhanden sein. Die Variante wurde auch aufgrund der Tatsache, dass das Baggergut auf einer Deponie entsorgt werden müsste, verworfen. Nach den Hinweisen von Frau Dr. Heim könnte sich die Situation geändert haben. Welche Untersuchungen müssten durchgeführt werden, um abzuklären, ob das Baggergut auf landwirtschaftliche Flächen aufgebracht werden kann? Welche Kosten würden entstehen?
Das Ausbaggern des Sees bzw. eines Teiles des Sees würde einen erheblichen Eingriff in die Natur bedeuten.
Da das im Seeboden vorhandene Phosphat ständig gelöst wird, wird sich die Situation ohne Ausbaggern nicht wesentlich verbessern. Deshalb ist auch die Option „Ausbaggern“ zu überprüfen. Ist ein Ausbaggern des Seeburger Sees in Teilabschnitten technisch möglich? Welche Kosten würden entstehen, wenn der See in Teilabschnitten ausgebaggert wird? Ist ein Ausbaggern in einem Naturschutzgebiet möglich?

 

Wir bedanken uns schon jetzt für Ihre Antworten.
Mit freundlichen Grüßen
Rieke Wolters
Hans-Georg Schwedhelm

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